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Tulip Pulled Pork aus dem Kühlregal

Nachdem ich jetzt schon gefühlte 1000 mal im Supermarkt an dem Fertig-Pulled-Pork aus dem Kühlregal vorbei gekommen bin, konnte ich nicht mehr widerstehen und musste für euch hier den Selbstversuch wagen.

pulled pork fertig supermarktDer Plan: Das ewig lange haltbare Pulled Pork irgendwann nach Feierabend als schnelles Abendessen servieren.  Von der Pappschachtel befreit offenbart sich ein kleiner, mit viel Marinade eingeschweißter und fertig gegarter Schweinebraten. Soweit ich erkennen kann stammt das Fleisch aus dem Nacken. Die Zubereitungsanleitung klingt sehr einfach: Man soll das Fleisch einfach ca. 30 Minuten lang bei 200 °C in einem nicht zu großen Bräter im Backofen erwärmen oder für 30 Minuten grillen.

pulled pork fertig einfach supermarktRaus aus dem Folienbeutel… So sieht das Ganze dann in der Auflaufform aus. Zusammen mit dem kleinen Nackenstück kommt auch eine ganze Menge Marinade, Wasser bzw. Brühe hinaus. Sieht ja nicht so lecker aus, aber ich versuche noch nicht zu voreingenommen zu sein und verfrachte das Fleisch für 30 Minuten in den vorgeheizten Backofen. Während des Erwärmens riecht es schon nicht schlecht und die Spannung auf das Ergebnis und Geschmackserlebnis steigt.

pulled pork fertiggerichtNach dem Erwärmen präsentiert sich das Abendessen ziemlich „verflüssigt“. Das Fleischstück liegt in einer großen Menge Flüssigkeit. Ein bisschen erinnert mich der Anblick an einen Schmorbraten aus dem Dutch Oven, nur ohne die Röstaromen bzw. -optik, die durch die Oberhitze entstehen. Das Fleisch lässt sich unproblematisch pullen und die Feuchtigkeit macht sich direkt positiv bemerkbar. Vermengt mit dem Fleisch ergibt sich ein Pulled Pork von genau der richtigen Konsistenz, die man üblicherweise ja „im Normalfall“ über beispielsweise die Zugabe von BBQ-Sauce erreichen würde.

Testergebnis Tulip Pulled Pork

pulled pork wrap bbq sauceIch hatte mich dazu entschlossen das Fleisch als Pulled Pork Wrap in Weizentortillas mit frischer Chili, Krautsalat, Mayonnaise und Honey BBQ Sauce zu servieren . Bei Tisch werden also die Wraps komplettiert und gerollt. – Und wie schmeckt es nun?

Mein Urteil lautet: Naja. – Kann man essen, muss man aber nicht. Mir schmeckt es viel zu wenig rauchig und eher ein wenig wie Frühstücksfleisch und vor allem zu salzig. Auch die fehlende Kruste hat mir eher nicht gefallen. Ich denke bei Zubereitung auf dem Grill könnte das Ergebnis zwar besser werden, aber noch einmal kaufen würde ich das Fertig-Pulled-Pork nicht. Es bleibt also bei dem Versuch…

Pulled Lamb aus dem Dutch Oven

Pulled Lamb Pullpork BBQ GrillsportvereinAm letzten Abend unseres Schweden-Trips sollte es den Höhepunkt unseres Einstiegs in die Dutch Oven Küche geben: Pulled Lamb

Inspiriert durch den Blog von Okraschote habe ich ein Rezept kreiert, dass dem Lamm eine feine orientalische Note gibt, ohne dabei wirklich exotisch zu werden.

Begonnen hat die Zubereitung schon zweieinhalb Tage vor dem Essen. – Nämlich mit dem Einlegen der aus der Metro besorgten Lammkeule vom Neuseeländischen Ashley-Lamm in Filmjölk. Filmjölk ist eine schwedische Dick- bzw. Sauermilch und im örtlichen ICA-Markt das, was unserer Buttermilch am nächsten kam. Nachdem die 1,3 kg schwere Keule in der Schüssel mit der Milch versenkt war, wanderte diese zurück in den Kühlschrank.

Zwei Tage später

Freitag, der letzte Tag unseres Urlaubs, ca. 10:00 Uhr: Wir haben gerade unser Frühstücksmüsli verdrückt und den Kaffee geleert und schon ist es Zeit für die Zubereitung des Abendessens. – Zuerst musste die Lammkeule aus der Filmjölk geborgen werden. Über letztere hat sich die Nachbarskatze übrigens sehr gefreut. ;-)

Pulled Lamb Dutch Oven Grillsportverein inspiriert OkraschoteSchnell wurde ein leckeres Rub mit Rosmarin, Cumin und mehr angemischt und die Lammkeule wanderte, kräftig mit diesem eingerieben, in meinen Dutch Oven. Während der Anzündkamin mit acht Grillbriketts gerade dabei war durchzuglühen, durfte die Keule sich noch weiter der Raumtemperatur annähern. Dann wurde der Dutch Oven mit drei Kohlen unten und fünf Stück oben in Betrieb genommen. Und nun hatten wir erstmal Zeit uns Urlaubsaktivitäten, wie zum Beispiel Rumsitzen und auf den Dutch Oven warten, Lesen, im Wald rumlaufen und leider auch Einpacken für die Heimreise, zu widmen. Nach zwei Stunden haben wir noch einmal zwei unangezüdete Kohlen nachgelegt. Um 16:00h Kerntemperaturkontrolle: 75°C, absolut im grünen Bereich. Noch einmal acht Kohlen angesetzt und ab damit auf den Dutch Oven. 18:00h… zweite Kerntemperaturkontrolle: 73°C, das hätten wir nicht erwartet, aber ist ja nicht verkehrt: Da haben wir wohl die Plateau-Phase erwischt. Um 19:00h liegen wir bei ca. 85°C Kerntemperatur und setzen einen Anzündkamin mit zehn Kohlen für den Deckel an um noch ein paar Röstaromen hinzuzufügen und das Lamm auf die angestrebte Kerntemperatur von ca. 90 bis 95°C zu bringen.

pulled lamb dutch ovenUm 20:30h ist es soweit: 93°C Kerntemperatur sind erreicht und das Lamm wird zum Pullen aus dem Dutch Oven befreit. Der Geruch ist einfach fantastisch: Lamm, tolle Gewürze, ein paar Röstaromen… so muss es sein. Das Pullen selbst geht Bastian gut von der Hand und der Dutch Oven füllt sich wieder mit den leckeren „Fetzen“. Auf dem Tisch stehen schon Salat, angemachte Zwiebeln, unsere Joghurt-Avocado-Minz-Sauce und schwedisches Tünnbröd (für Bastian und seine Liebste sogar in glutenfrei) bereit. – Und mit diesen Zutaten komplettieren dann auch unsere Wraps bzw. Burger.

Fazit

Es war ein super leckeres und interessantes Essen. 1,3 kg Keule sind, auch wenn davon ja noch der Knochen abgeht, für vier Personen sehr reichlich, denn der Gewichtsverlust ist insgesamt (nicht gemessen) geringer ausgefallen als erwartet. Übrigens: Wer Lust hat auch einmal Pulled Lamb aus dem Dutch Oven zu machen, kann sich gern an unserem Pulled Lamb Rezept orientieren.

Grillblog Christian

Pulled Lamb (Dutch Oven)

Pulled Meat, egal ob Pork, Beef, Turkey oder auch – wie in diesem Fall – Lamb gilt auf jeden Fall als eine der höheren Künste des BBQ.

Ein wenig einfacher als im Smoker oder Kugelgrill wird es mit dem Dutch Oven. Die feuchte Atmosphäre und stablie Temperatur lassen das Pulled Lamb schnell (ca. 6 bis 8 Stunden) und recht einfach gelingen. – Ein wenig Aufmerksamkeit braucht es aber doch…

Ausrüstung

  • Dutch Oven
  • Marinadenspritze
  • Anzündkamin

Zutaten Fleisch (für ca. 5 bis 6 Personen)

  • Lammkeule (ca. 1,2 bis 1,3 kg)
  • 1-2 l Buttermilch
  • Balsamico-Essig
  • 3 Teile Rosmarin
  • 1 Teil Kreuzkümmel
  • 1 Teil schwarzer Pfeffer
  • eine Prise Piment
  • Meersalz

Zutaten Garnitur

  • Wraps oder Burgerbrötchen (in unserem Fall war es schwedisches Tunnbröd)
  • Grüner Salat in feinen Streifen
  • Zwiebelringe mit Balsamico-Essig und Zucker angemacht
  • Joghurt-Avocado-Minz-Sauce

Zubereitung

Die Lammkeule reinigen, mit Balsamico-Essig spritzen (ca. ein bis zwei Spritzen voll) und in Buttermilch einlegen. Ca. zwei bis drei Tage im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Lammkeule aus der Buttermilch nehmen, abwaschen und abtrocknen. Mit den Gewürzen einreiben.

Die Lammkeule mit einem Schuss Olivenöl in den Dutch Oven geben und diesen auf ca. 100 bis 110 °C anheizen. Ca. sechs bis acht Stunden lang auf ca. 90 bis 95 °C Kerntemperatur garen. Gelegentlich Kohlen nachlegen und ggf. etwas Fett/Flüssigkeit abschöpfen, damit das Lamm nicht gekocht wird.

Das Lamm sollte nun „pullbar“ sein. – Dies ist auch die nächste Aufgabe.

Die Pulled Lamb Wraps bzw. Burger werden mit dem Fleisch, ein paar von den angemachten Zwiebelringen, Joghurt-Avocado-Minz-Sauce und grünem Salat belegt.

Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen dieser interessanten Alternative zum klassischen Pulled Pork.

 

Zeitbedarf

ca. 30-40 Minuten Vorbereitung, 2-3 Tage Ruhezeit, 6-8 Stunden im Dutch Oven

Schwierigkeitsgrad