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Buchreview: outdoor Küche

Outdoor Küche – draußen Kochen leichtgemacht 

kochen freier himmer outdoor survival krieseAlexander Glück hat mit „Outdoor Küche – draußen Kochen leicht gemacht“ ein Buch verfasst in dem es um, na wen wundert es, um das Kochen außerhalb der vier Wände, sprich Outdoor, geht. Glücklicherweise ist das auch eines unserer Hauptinteressen und so landete das Buch bei mir Zuhause im Briefkasten. Der Pietsch Verlag hat dieses Buch 2013 herausgebracht. Auf insgesamt 176 Seiten wird sehr schön mit diesem Thema umgegangen.

Ok, soweit die Fakten – worum geht es in diesem Buch und lohnt es sich? Zugegeben, ich hab es nur angelesen und überflogen, kann jetzt aber schon mal vorweg sagen, ja es lohnt sich. Ich beschäftige mich schon seit 2-3 Jahren etwas mehr mit dem Thema Reisen und Kochen unterwegs und habe mich auch schon viel durch diversen Foren gelesen. Und für mich habe ich auch schon ein gutes System gefunden was bis jetzt für uns auf 4 Wochen langen Reisen oder nur dem Ausflug an den Rhein funktioniert. Das jetzt genau zu erläutern ist ein anderes Thema und kommt später…

Alexander Glück schreibt mit viel Leidenschaft und voller Überzeugung. So fällt einen das Lesen schon mal nicht schwer. Ich glaube sofort das er sich viel und ausreichend mit diesem Thema beschäftigt hat. Neben obligatorischen Teilen wie Vorwort und Einleitung werden die Themen was Kochen?, worauf Kochen?, ein Feuer machen, Kochgeräte, worin Kochen?, Kochen mit Spezialgeräten, sinnvolles Zubehör, Wasserversorgung Unterwegs, Aufbewahrung der Ausstattung, das passende Licht, Kochen unter besonderen Bedingungen und Bezugsquellen besprochen.

Was Kochen? in diesem Abschnitt wird über Fleisch, Gemüse, Suppen, … gesprochen und welchen Nutzwert sie für einen haben. Auch Fertiggerichte wie Trek’n Eat werden erläutert.

Worauf Kochen? Gemeint sind hier nicht Töpfe und Pfannen, sondern die Befeuerungsart. Sprich, Holz, Kohle, Spiritus, Benzin, … Sehr übersichtlich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Ein Feuer machen – was nützt einen die beste Vorbereitung wenn das Wichtigste, das Feuer fehlt? Egal welcher Brennstoff vorhanden ist und benutzt wird, ohne Feuer oder einem Funken bleibt die Küche kalt. Ich persönlich habe immer 2-3 verschiedene Lösungen dabei für den Fall das eine mal kaputt, leer oder verloren geht…

Kochgeräte – mit 42 Seiten das längste und vermutlich wichtigste Kapitel im Buch. Von Benzin, über Spiritus zu Multifuel und den verschiedensten Holzkochstellen, wie zB: ein Hobo Kocher oder Rocket Stove wird hier alles besprochen. Wie immer mit schönen Auflistungen der Vor- und Nachteile. Für Leute die noch gar kein Equipment haben ist das hier sehr sehr informativ.

Worin Kochen? Ok, das Feuer ist jetzt an, für genügen Brennstoff ist auch gesorgt und das Essen liegt bereit. Jetzt brauchen wir noch Töpfe und Pfannen. Unterschiedliche Materialien werden besprochen, sowie deren Eigenschaften. Eisen, Aluminium, Kupfer, Edelstahl und Titan. Auf Geräte aus Eisen wird besonders eingegangen mit Themen wie Einbrennen und Ausglühen. Dazu gesellen sich dann Gusspfannen, Muurikkas, Potjies und Dutch Oven. Letzterer ist auch einer unserer Lieblinge wie man ihr sicher schon mitbekommen habt.

Kochen mit Spezialgeräten – Cobb-Grill, Bellmann Herdkocher, Sandwich- und Waffeleisen, Tatarenhut, Reflektorofen, Knoblauchröster, Raclette und Käsefondue und der Kelly Kettle werden hier vorgestellt. Bis auf letzteren – auch dazu später mehr hier – waren mir alle fremd. Leider ist der „haben wollen“ Effekt bei einigen Geräten aufgetreten. So ist das wohl als begeisterter Outdoorkoch!

Sinnvolles Zubehör – Kurz gesagt, alles Wichtige was man so drumherum noch braucht.

Wasserversorgung unterwegs – ist bestimmt für die wenigsten unserer Leser wichtig, hier in Europa ist zum Glück überall sauberes Trinkwasser verfügbar. Interessant ist es aber trotzdem. Ich selber habe z.B. einen Wasserfilter von Katadyn, den wir zwar noch nicht benötigt haben, aber er nimmt im Auto keinen Platz weg und ist ein nice to have Utensil.

Aufbewahren der Ausstattung – Ordnung muss sein. Vor allem im Urlaub habe ich gemerkt wie schön es ist, wenn alles seinen festen Platz hat und dort auch immer wieder an zu treffen ist. Seit Christian die OCB Boxen hat ist dort immer das komplette Grillzubehör zu finden. Hier wird jeder seine eigene Lösung finden müssen, ein paar Tipps helfen einem da ungemein weiter.

Das Passende Licht – LED-Laternen, Fackeln und Kerzen, Benzin-,Petroleum- und Gaslaternen sowie Starklichtlampen wie die Petromax werden beschrieben. Mich bestärkt diese Kapitel was meine Ausrüstungsliste betrifft noch mehr zur Anschaffung einer Petromax HK150.

Kochen unter besonderen Bedingungen – Speziell Kochen im Winter und wenn es sehr warm ist und Waldbrandgefahr besteht werden hier besprochen. Draußenkochen im Notfall ist ein zusätzliches Thema in diesem Kapitel und beschäftigt sich mehr mit Notsituationen wie Wasser und Stromausfall bedingt durch Unwetter und Co. Abschließend gibt es noch Checklisten für Tagesausflüge, Mehrtageswanderungen, Fernreise und zur Krisenvorsorge.

So, das war der kurze Überblick zum Inhalt. Sehr gut hat mir gefallen das sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit der Produkte gelegt wird und auch gezeigt wird das Kinder schon früh den Umgang mit Feuer lernen können und sollen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der einen Überblick und Leitfaden sucht.

 

Kelly Kettle

holzfeuer wasser kochen Was ist der Kelly Kettle werden sich jetzt sicher einige fragen? Nun, es ist ein Wasserkocher der mit Holz oder anderen festen Brennstoffen betrieben wird. 1890 hat Patrick Kelly aus Blech den ersten Kettle entworfen und seit dieser Zeit ist die Produktion in Familienhand. In Ireland hat damals alles begonnen und auch heute wird dort noch produziert. Seit 2005 hat sich das Sortiment vergrößert. Es sind 3 Größen mit 0,57 – 1,1 und 1,5 Liter aus Stahl sowie 0,5 – 1,3 und 1,6 Liter in Aluminium lieferbar. Wir haben hier das Model Scout. Es ist die 1,1 Liter Stahlversion. Mit im Set ist ein Topf mit 0.85 Liter, einer Pfanne, einem Grillrost und dem Pot Stand. Dieser ermöglich es während Wasser gekocht wird zusätzlich Speisen auf dem Kettle zu erhitzen. Aufgrund der recht kurzen Zeit die benötigt wird um das Wasser zu erhitzen sollte hier aber nur schnell zuzubereitendes Essen benutzt werden. Verpackt wird das ganze in einer robusten Tasche die auch ein paar Jahre überleben wird. kelly_kettle-9160

Was macht das ganze so erfolgreich? Schließlich wächst die Begeisterung nicht umsonst. Es ist zu einem die Robustheit, bei guter Pflege spricht nichts gegen vererben. Zum anderen ist es die Verfügbarkeit vom Brennstoff. Sicher ist das ganze Set nicht als ultra Leicht zu bezeichnen, 1,4 Kilo komplett, aber in der Rechnung darf man nicht vergessen das man keinen Brennstoff mit sich tragen muss und sich auch nicht fragen muss ob ich die Gaskartusche XYZ im Ausland kaufen kann. Das Gaskocher schneller sind und weniger Arbeit machen ist klar. Hier jetzt allerdings weiter darauf einzugehen welches Kochsystem das richtige für einen ist sprengt den Rahmen. Da muss jeder für sich entscheiden was er bevorzugt.

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Ich habe den Kelly Kettle als Standartausrüstung im Toyota verpackt. Immer wenn es die Gelegenheit gibt ihn zu benutzen mach ich das auch. Zudem dient er auch als Backup für den Fall das mir der Spiritus ausgeht für den Origo3000 Kocher den wir sonst benutzen. Dazu kommt das das ganze CO2 neutral ist, für mich auch ein wichtiger Aspekt. Bei der Auswahl des Essens ist man natürlich etwas eingeschränkt. Treak’n Eat wäre etwas was recht schnell zu bereitet ist. Auch andere Speisen wie eine 5 Minunten Terrine gehen wunderbar. Mit den Tüten von Grower´s Cup geht auch Kaffee sehr schnell.kelly_kettle-9209kelly_kettle-9210kelly_kettle-9229

Wie funktioniert das Ganze jetzt? Der Kessel sitz auf einer Art Feuerschale, in der, wie der Name schon verrät das Feuer gemacht wird. Diese hat eine Öffnung an der Seite die man in den Wind drehen soll wenn das Feuer an ist. Soweit ist das noch nichts Besonderes. Der Clou ist der Kessel an sich. Er ist doppelwandig und funktioniert wie ein Kamin. Hierdurch brennt das Feuer sehr effizient und hinterlässt nur Asche. Durch die große Fläche die der Hitze ausgesetzt ist wird mehr Energie an das Wasser übertragen. Durch den guten Zug der im Kamin entsteht brennt auch etwas feuchtes Holz gut. Im Alltag schaut das dann so aus. Wasser in den Kessel und beiseite stellen. Holz sammeln und in der Schale ein kleines Feuer in Gang bringen. Dann den Kessel aufsetzten und entweder von der Seite oder durch den Kamin Brennmaterial nachfüllen. Nach ein paar Minuten kocht das Wasser. Beim herunter nehmen muss man etwas aufpassen. Nicht den Griff in der Mitte anfassen sondern recht und links festhalten, herunter nehmen und dann erst den Griff benutzen. Sonst gibt es schnell ein paar angebrannte Finger. Martin weiss was ich meine.

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Kelly Kettle arbeitet aktuell an einem weiterem Zubehörteil das den Scout um einen Hobokocher erweitert. Sicher ist, dass es auch den Weg zu mir finden wird und auch einen festen Platz im Toyota bekommen wird.

Porterhouse-Steak vom improvisierten Hobo-Kocher

Porterhouse Steak Grillen Braten Rezept Anleitung PfanneGestern Abend hatte ich mal wieder sturmfreies Haus und da meine Liebste mit Arbeitskollegen essen war, dachte ich mir, ich mache mir auch mal was Leckeres.

Im Edeka konnte ich an der eigentlich sehr guten Fleischtheke leider kein schönes Stück Rind bekommen, da man sich weigerte mir ein richtiges Steak abzuschneiden. Es waren ja noch die nicht mehr als 15 mm dicken Vorgeschnittenen da. OK. Beim Metzger im Kaufpark bin ich dann aber fündig geworden: Ein ca. 45 mm starkes Porterhouse-Steak von ca. 770 g Gewicht. – Da konnte ich absolut nicht widerstehen. Zuhause angekommen, habe ich das Porterhouse-Steak dann erstmal mit Olivenöl eingerieben, auf Raumtemperatur ruhen lassen und in der Zwischenzeit habe ich mal eben einen

Hobo-Kocher

improvisiert: Zwei Restestücke Rauchrohr, drei Bleichschrauben und Winkel und ein bisschen Lochband… Fertig war der Kocher. – Aber darüber werde ich noch detailierter berichten. Der Kocher wurde dann mit ein paar Grillbriketts und kleinen Holzstückchen in Betrieb genommen und unsere kleine Guss-Grillpfanne (ein Erbstück von Schwiegeroma und -opa) ordentlich durchglühen lassen.

Als die Pfanne auf Betriebstemperatur war, habe ich ein paar Scheiben Baguette mit Olivenöl angeröstet und mit Knobi eingerieben. Danach kam das Porterhouse-Steak in die gusseiserne Pfanne. Hier findet Ihr das Porterhouse-Steak-Rezept. Der Hobo-Kocher hat die kleine Pfanne richtig auf Touren gebracht und nach etwas über 15 Minuten war das Steak fast medium.

Serviert habe ich mir das Steak mit den getoasteten Baguette-Scheiben, der selbstgemachten BBQ-Sauce vom letzten Wochenende und einem schönen Weizenbier. – Und es war super!

Mein Fazit

Ein Steak vom Hobo-Kocher kann ich nur empfehlen. Der Test ist somit bestanden, denn schneller kann man, so denke ich, auf Tour ein gutes Steak nicht zubereiten. Das Abenteuerfeeling lag auf jeden Fall schon deutlich höher als bei der Zubereitung auf dem Grill und machte das Steak direkt noch leckerer. Einen Hobo-Kocher kann man immer irgendwie aus irgendwelchen Restmaterialien improvisieren. – Und wenn nicht: Ein bisschen Ofenrohr aus dem Baumarkt kostet nicht die Welt.